Japan 2019

Mit grosser Vorfreude und nach monatelanger Planung starteten wir (ich, mein Arbeitskollege und seine Schwester mit ihrem Ehemann) unsere Reise am 16. Oktober 2019 von Zürich direkt nach Tokyo. Nach 11 Stunden und 50 Minuten landeten wir mit einer Zeitverschiebung von sieben Stunden in Japan. Als erstes holten wir unser reserviertes WiFi Gerät bei der japanischen Post und anschliessend mit zwei Stunden Wartezeit unser JR Pass für die 1. Klasse ab. Danach weiter mit dem Flughafen Expresszug (NEX) von Narita nach Tokyo. Übernachtet haben wir im neu eröffneten Hotel Karaksa welches ca. acht Minuten vom Hauptbahnhof entfernt war. Am nächsten Morgen ging es zuerst mit dem Hochgeschwindigkeitszug (Shikansen – Hayabusa) in den Norden, genauer gesagt in die Stadt Aomori. Die maximale Geschwindigkeit dieses Zuges betrug 320 km/h. Die Fahrt war sehr angenehm, es schwankte minimal und die hohe Geschwindigkeit war kaum spürbar. Am gleichen Tag nahmen wir den normalen Zug von Aomori und fuhren nach Hirosaki wo wir die beleuchtete Burg fotografierten und danach wieder zurück. Nach der Übernachtung in Aomori fuhren wir mit dem Bus zu der Talstation von Hakkoda Luftseilbahn und hofften, dass es auf dem Berg ein schöneres Wetter hatte. Für den ganzen Tag war Regen vorhergesagt worden. Leider kam zum Regen noch Wind dazu und demzufolge war die Luftseilbahn für den ganzen Tag geschlossen. Mit dem nächsten Bus ging es wieder von der Luftseilbahnstation retour nach Aomori. 

Hirosaki Castle

Am darauffolgenden Tag ging die Reise weiter zum bekannten Oirase Gorge Gebiet via Hakkoda Gebirge. Je höher das wir kamen, desto gelber und oranger verfärbten sich die Bäume. Wir hatten leider kein Glück mit den farbigen Blätter beim Oirase Gorge. Trotzdem war es wunderschön zum fotografieren entlang des Flusses. Nach nur einer Übernachtung im Ryokan fuhren wir weiter mit dem Bus und Zug nach Sendai. 

Oirase Gorge

Der Zwischenstopp in Sendai benötigten wir, da sonst die Reise zu der nächster Destination innerhalb eines Tages zu lang gewesen wäre. Von der Ostküste machten wir uns mit dem Zug auf den Weg via Tokyo und Maibara an die Westküste nach Kanazawa. Ursprünglich war der Plan die weltberühmten Affen in Nagano zu besuchen, infolge des starken Taifun welcher kürzlich über Japan fegte, war die Strecke von Nagoya und Kanazawa gesperrt. Daraus folgend mussten wir unser Reiseplan kurzfristig umplanen und entschieden uns eine Nacht in Kanazawa zu verlängern. 

Kanazawa – Kenrokuen

In Kanazawa besuchten wir wieder die gleichen Sehenswürdigkeiten sowie das Restaurant mit dem Sushi-Zug wie dazumal im Jahr 2017. Zusätzlich noch das historische Dorf Shirakawa-Go mit den bekannten strohgedeckten Dächern, welches 1h 40min von Kanazawa mit dem Bus erreichbar war.

Shirakawa-Go

Die Reise ging weiter südlich in die drittgrösste Stadt (Grösste Stadt ist Tokyo, zweitgrösste ist Yokohama) in Japan. Osaka mit seinen 2.7 Millionen Einwohner ist bekannt für die unzähligen, bunten und blinkenden Reklametafeln. Bevor wir das weltbekannte Stadtviertel “Dotonbori” besucht haben,  ging es zuerst in das Osaka Schloss und später zum 300m hohen Wolkenkratzer “Abeno Harukas”, wo wir eine grandiose Aussicht mit sehr wenig Besucher geniessen durften. Leider übernachteten wir nur eine Nacht im Hotel IBIS Osaka Umeda.

Osaka – Dotonbori

Am nächsten Morgen ging es wieder mit dem Shikansen von Osaka nach Kokura. Hier holten wir unser Auto für die nächsten vier Tage ab. Mit dem vollgestopften Nissan fuhren wir hauptsächlich alles auf der Schnellstrasse nach Beppu. Diese Stadt ist bekannt für die unzähligen Thermalquellen, welche die grösste Menge an Quellwasser in Japan liefert. Das Highlight in Beppu waren die heissen Quellen von Jigoku (Hölle) welche wir besucht haben. Das Stadtbild selber fanden wir nichts spezielles, fasziniert haben uns die Treppen im Bach sowie die verschiedenen Bäder. 

Beppu – Haruki River

Als nächstes Stand die bis zu 100 m Hohe “Takachiho Schlucht” auf dem Reiseplan. Danach ging es weiter in das Dorf “Kurokawa Onsen”, bekannt für die 30 verschiedenen Bäder die besucht werden können, dort übernachteten wir im Ryokan “Yumotoso”.

Takachiho Schlucht

Bevor wir das Auto in Kumamoto zurückgegeben hatten, besuchten wir noch den Wasserfall “Nabegataki Falls”. Als wir vor Ort waren, leuchteten die Sonnenstrahlen wunderschön durch die Bäume hindurch. Leider war es schwierig ohne Wasserflecken und ohne Menschen ein super Foto zu knipsen. Habe nicht gerne fremde Menschen auf meinen Fotos die ich online veröffentliche.
Für den nächsten Tag buchten wir einen privaten Führer welcher uns zu diversen Orten wie das Kumamoto Castle, die Reigando Höhle sowie die Herstellung und Handhabung der Samurai Schwerter bei Herr Matsunaga in Arao führte. Das Schloss in Kumamoto ist leider in Renovation, da im Jahr 2016 ein heftiges Erdbeben diverse Mauern und Gebäude zerstörte. Für die Rekonstruktion werden Jahren benötigt. Es ist zu hoffen, dass in nächster Zeit kein weiteres Erdbeben auftreten wird. 

Kumamoto Castle

Als nächstes Stand die Insel Miyajima bei Hiroshima auf unserem Plan. Bedauerlicherweise war der bekannte rote Schrein infolge Renovation eingepackt.  Nach nur einer Übernachtung im Hotel Sakuraya fuhren wir wieder mit dem Schiff nach Hiroshima zurück und danach mit den Zügen zu unserem nächsten Aufenthaltsort Kyoto, wo wir ebenfalls im 2017 schon einmal waren. Wir besuchten diverse Tempel (Kinkaku-ji, Enkoji, Eikando und Nanzen-ji) sowie die dazugehörenden wunderschönen Pärke und natürlich auch wieder den Bambuswald (wir gingen bereits um 05:00 Uhr morgens raus, damit wir um 06:00 Uhr dort waren. Trotzdem war es nicht möglich den Wald ohne Personen zu fotografieren) und Fushimi Inari-Taisha mit den tausenden roten Toren. Beim Shōgunzuka Tempel hatten wir eine super Aussicht auf Kyoto geniessen können. Unsere grosse Hoffnung war, dass wir in Kyoto die bunten Herbstfarben fotografieren können. Leider waren wir auch hier leider zu früh. Für die vier Übernachtungen hatten wir uns auch dieses Mal für das geniale Ryokan Gion Yoshi-Imamit dem leckeren Essen im Gion Viertel entschieden. Das Zimmer welches wir erhielten war noch viel grösser und schöner als das beim letzten Mal. 

Kyoto – Fushimi Inari-Taisha Tore

Von Kyoto fuhren wir weiter nach Nagoya, dies weil wir die Winterillumination im Themenpark “Nabana no Sato” besuchen wollten. Bevor es jedoch dunkel war und es noch zu früh beim Hotel zum einchecken war, flanierten wir beim Bahnhof herum und besichtigten gleich nebenan die Sky Promenade beim Wolkenkratzer Midland-Square im 46. Stock. Die Aussicht rundherum war sehr toll. Das Bild von der Nagoya Burg wurde von dort aufgenommen. Nach einem kurzen Aufenthalt im Hotel ging es zum Fest. Am Anfang fanden wir den Eintrittspreis 2300 Yen / ca 21 CHF (inklusive 1000 Yen Gutschein für Restaurant oder Souvenir) ziemlich hoch, später wo es dunkel war und die ca 8 Millionen Lämpchen geleuchtet hatten, revidierten wir unsere Meinung. Das funkeln des Lichtermeeres sowie die Musik waren atemberaubend.

Nagoya – Nabana no Sato

Als nächstes Highlight war der Vulkan Fuji an der Reihe. Er ist mit 3776 m.ü.M der höchste Berg in Japan. Wir wollten unbedingt die Pagode und im Hintergrund der Fuji bei Sonnenaufgang fotografieren. Da die Hotelrezeption aber kein Taxi gefunden hat welches uns um 05:00 Uhr zu der Pagode fuhren wollte, haben wir uns entschieden, Fahrräder für 24 Stunden zu mieten. Mit den Fahrräder war die Pagode etwa 20 Minuten entfernt vom Hotel. Wir hatten ein Riesen Glück, dass vor dem Fuji keine Wolken die Sicht versperrten und bei der Pagode sehr wenige Touristen anwesend waren. So konnten wir einen sehr schönen Sonnenaufgang geniessen. Anschliessend radelten wir wieder gemütlich zurück zum Hotel und haben uns zuerst aufwärmen müssen. Gestärkt mit einem reichhaltigen Frühstück fuhren wir noch an diverse Standorte beim See welche für die Herbstsaison bekannt waren. 

Fujiyoshida – Chureito Pagoda

Bevor es wieder nach Hause ging, übernachteten wir während einer Woche im Hotel Daiwa Roynet Shinjuku in Tokyo. Als erstes besuchten wir die sehr laute, bunte und alte Roboter Show, welche katastrophal war. Während der kurzen Show gab es drei kurze Pausen und von den Roboter sieht man leider sehr wenig. Weiter besuchten wir das super tolle digitale Kunstmuseum “teamLab Borderless” mit einer Ausstellungsfläche von ca 10’000 Quadratmeter. So was hatten wir noch nie gesehen.  Bei der Interaktionen an Wänden / Boden sowie bei den verschiedenen Arten von Lichtbewegungen und Hologrammen staunten wir ziemlich, je nach dem wohin man drückte oder ein Objekt verschiebte, passierte was anschliessend. In der Realität sah es viel schöner aus als auf den Fotos. Fasziniert hatte uns ebenfalls, dass man in zwei verschiedenen Räumen eine Vorlage von einem Tier oder Pflanze mit Wachsmalstifte ausmalen und diese einscannen konnte. Danach wurden sie auf den Wänden und Boden animiert dargestellt. Mein “Regenbogenfisch” schwimmte im Aquarium friedlich hin und her. Speziell war auch das futuristische Teehaus, mit Grüntee und Eis zur Auswahl. Wir wählten den Yuzu Tee aus. Dieser erblühte in und ausserhalb der Schale, sobald das Heissgetränk eingeschenkt oder die Schale bewegt wurde. Nach vier Stunden Aufenthalt, haben wir infolge Reizüberflutung das Museum verlassen. Selbstverständlich spazierten wir auch durch verschiedene Tokyo Pärke, unter anderem den bekannten “Koishikawa Kōrakuen”, auch hier waren leider die Bäume erst bei der Verfärbung. Eine weitere Besonderheit war die Kochschule “Sun Cooking Tokyo” wo wir leckere Sushi in verschiedenen Varianten zubereiteten. 

Cooking Sun – Sushi

Nicht zu vergessen zu erwähnen sind die Wolkenkratzer “Shibuya Sky”  (Eröffnungsdatum war der 1. November 2019 – sehr empfehlenswert) sowie “Roppongi Hills” und der höchste Turm von Japan, der “Tokyo Skytree” von denen wir geniale Aussichten auf die verschiedene Ortsteile von Tokyo hatten, beim Skytree sogar bis zum Mount Fuji.

Shibuya Sky

Am letzten Tag besuchten wir noch das bekannte Elektronik- und Cosplayviertel Akihabara.  Cosplay Restaurants sind typisch für die Kellnerinnen im Dienstmädchen- oder Schuluniformen (auch bekannt unter Maid Cafés). Jedes Restaurant hat seinen eigenen Stil. Wir haben uns für das Maidreamin entschieden. Es war eine interessante Erfahrung, da sich die Kellnerinnen niedlich und bewundernd über den Gast zu äussern hat und eine eigene Sprache (moe) untereinander reden. Für uns machte es keinen Unterschied ob sie in ihrem Slang oder auf japanisch sprachen, wir haben trotzdem nichts verstanden. Sie waren so nett und hatten es uns auf Englisch übersetzt. Fotos gegen Aufpreis haben wir nicht gemacht, nur ein Dessert und Kaffee haben wir genommen.

Unsere 29 tägige Japanreise mit dem Motto “Herbstfarben und Lichter” war sehr intensiv und trotzdem haben wir es genossen und wunderschöne Momente  erleben dürfen. Am 14. November sind wir wieder in Zürich gelandet. Zum ersten Mal war ich Business Klasse auf einer Langstrecke geflogen. Einfach nur herrlich und sehr entspannend gewesen. Es ist schon Luxus wenn der Sitz in ein Bett umgewandelt werden kann. Noch besser, wenn bei den Lendenwirbel eine Massage gemacht werden kann. Das Essen war auch lecker. Leider waren das Unterhaltungsprogramm und die Bildschirme ziemlich alt. 


Bilder

Hier sind die restlichen Bilder zu sehen …

Bilder Japan

 


Sehenswürdigkeiten Japan